Gartenteich

Gartenchronik

Tagebuch zweier Kleingärtner

Vertikutieren – muss auch mal sein

Zugegeben: Vertikutieren ist eine Arbeit für jemanden der – wie Oma so schön sagen würde – Mutter und Vater erschlagen hat. Vor allem dann, wenn man nicht die passenden Gerätschaften dafür hat.

Es war ein herrlicher Sommertag: Die Vögel zwitscherten, die Sonne schien und die Temperaturen waren – zumindest Vormittags – noch angenehm. So kam es, dass ich morgens durch den Garten lief und mir dachte „Hmm…was könnte man heute anstellen?“

Um den Gartenteich gelaufen, unter die Obstbäume geguckt – alles sah aus wie geleckt. „Guckste mal hinten bei den Friedhofsbeeten nach…vielleicht gibt es da ja noch was zu tun!“ dachte ich mir – auch nichts. Und dann sah ich das:

Dinge, die man ganz gern mal übersieht: Wildwuchs im Rasen.
Dinge, die man ganz gern mal übersieht: Wildwuchs im Rasen.

Wenn man etwas hätte übersehen können, dann wären es bei dem Anblick des obigen Bildes die Grashalme. Alles andere gehört da nicht hin: Klee, irgendein Grünzeug, was über den Boden kriecht und noch anderes Gedöns, das auf keinen Fall auf einen kultivierten Rasen gehört.

Mein innerer Monk war glücklich, als ich mich in die Hocke begab und das Zeug aus dem Boden zupfte.

Die liebe Frau Nachbarin blickte über den Gartenzaun und fragte:
„Was machst du denn da?“.
Ich: „Unkraut zupfen!“
Sie: „Aufm Rasen???“
Ich: „Natürlich! Bei dem ganzen Scheiß, der hier drin wächst. Außerdem ist das kein Rasen mehr.“
Sie: „Ich kann dir mein Vertikutierer geben“
Ich: „Nee, lass mal. Ich bekomm das auch so hin. Außerdem hab ich dann was zu tun.“

Erst mit Harke, dann mit Vertikutierer. Viel ist nicht mehr übrig geblieben
Erst mit Harke, dann mit Vertikutierer. Viel ist nicht mehr übrig geblieben

Als mir das ewige Rumzupfen zu blöd wurde, kam die Harke zum Einsatz. Selbst bei 25 Grad ist das eine schweißtreibende Arbeit. Als ich gemerkt habe, dass man damit ebenfalls nicht sonderlich weit kommt, nahm ich das Angebot der lieben Frau Nachbarin an und lieh mir ihren Vertikutierer.

Hoffentlich neues Grün auf altem Grund: Die Rasensaat
Hoffentlich neues Grün auf altem Grund: Die Rasensaat (25.7.2024)

Soviel kann ich nach der Tätigkeit sagen: Vertikutieren ist – vor allem in einer trockenen Witterungsperiode – eine richtige Drecksarbeit und hinterlässt nur karge Landschaften. Es kann aber auch sein, dass ich mir einbildete mehr Grashalme zu sehen, als tatsächlich noch vorhanden waren.

Da war ja noch was! Der vermooste Trampelpfad am "Minibeet"
Da war ja noch was! Der vermooste Trampelpfad am „Minibeet“ (18.08.2024)

Wie dem auch sei: Es wurde neuer Rasen gesät und nach nicht einmal vier Wochen war uns der Neid der anderen gewiss 🙂 Nur der kleine Bereich am „Mini-Beet“ wurde bisher noch nicht bearbeitet, was wir am 18. August nachgeholt haben.

Genau SO muss es und nicht anders! Unser "Englischer Rasen" hinterm Häuschen
Genau SO muss es und nicht anders! Unser „Englischer Rasen“ hinterm Häuschen

Ende August hat sich die gesamte Fläche hinterm Häuschen vollständig erholt und wir waren wieder total glücklich.

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